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Interview: "Technik, Technik und nochmals Technik"

Martin Sobczyk über den Knoten, der geplatzt ist – und eine Wette zum Heimspiel

Artikel vom 7. Oktober 2026

Interview · Martin Sobczyk, Cheftrainer 1. Herren

Nach dem ersten Saisonsieg und einem starken Auswärtsdreier zuletzt hat sich unser Cheftrainer Martin Sobczyk Zeit für ein Interview genommen – über den Knoten, der geplatzt ist, Tipps für die Jugend und eine besondere Wette rund um das Heimspiel am 9. Oktober.

Ralph:

Glückwunsch zum tollen 4:0-Sieg am Sonntag, den 06.09., gegen BU 2! Kannst Du uns kurz beschreiben, was Du Deinen Spielern in der Halbzeitpause beim Stand von 0:0 gesagt hast und was Du beim Anpfiff gedacht hast?

Martin:

Zur Halbzeit war die Botschaft eigentlich sehr klar: Wir hatten eine gute erste Halbzeit gespielt, wollten aber nicht den Fehler machen, jetzt nachzulassen oder zu tief zu stehen. Wir wollten weiter aktiv bleiben, mutig Fußball spielen und vor allem als Mannschaft geschlossen auftreten.

Beim Anpfiff war vor allem eines da: volle Konzentration. Nach den vergangenen Wochen wussten wir, dass wir uns dieses Spiel hart erarbeiten mussten. Umso wichtiger war es, von der ersten Minute an zu zeigen, dass wir unbedingt gewinnen wollen.

Ralph:

Kannst Du uns beschreiben, was in der Kabine los war nach dem ersten Dreier und dem tollen 4:0-Heimsieg?

Martin:

Da war natürlich eine riesige Erleichterung und viel Freude. Nach den letzten Wochen hat man gemerkt, wie viel Druck von den Jungs abgefallen ist.

Aber ich glaube, das Wichtigste war gar nicht das 4:0 selbst, sondern wie wir als Mannschaft aufgetreten sind. Jeder hat für den anderen gearbeitet und wir haben uns den Sieg gemeinsam verdient. Das war ein richtig schöner Moment für die Mannschaft.

Ralph:

Wir sind überzeugt, dass das 4:0 jetzt der Knoten war, der platzen musste. Und Ihr habt ja auch am Wochenende, am 04.10., beim hart erkämpften 4:3-Auswärtssieg richtig stark nachgelegt. Was habt Ihr im Vergleich zu den vorherigen Spielen verändert?

Martin:

Wir haben nicht plötzlich alles umgeworfen. Vielmehr haben wir an einigen Dingen gearbeitet, die wir auch vorher schon angesprochen haben.

Entscheidend war aus meiner Sicht, dass wir wieder mehr Klarheit, Aggressivität und Vertrauen in unser eigenes Spiel hatten. Wir wollten nicht ständig darüber nachdenken, was passieren könnte, sondern wieder Fußball spielen.

Und natürlich gehört auch dazu, dass man in schwierigen Phasen nicht alles infrage stellt. Wir wussten, dass wir Qualität haben. Jetzt haben wir sie über 90 Minuten besser auf den Platz bekommen.

Ralph:

Wir in den Jugendmannschaften haben auch mal längere Schwächephasen. Was kannst Du unseren Jugendspielern und Trainern empfehlen bzw. welchen Tipp kannst Du ihnen geben, um solche Phasen zu überbrücken und durchzuhalten?

Martin:

Das Wichtigste ist: ruhig bleiben und weitermachen.

Im Fußball gibt es Phasen, in denen einfach vieles nicht funktioniert. Dann darf man nicht nach jedem Spiel alles verändern. Man muss analysieren, wo die Probleme liegen, aber gleichzeitig auch die Dinge sehen, die funktionieren.

Für Spieler gilt: weiter trainieren, Gas geben, Verantwortung übernehmen und vor allem nicht den Spaß am Fußball verlieren.

Und für Trainer: Vertrauen in die eigene Arbeit haben, ehrlich mit den Spielern sprechen und gemeinsam kleine Ziele setzen. Manchmal kommt der Wendepunkt nicht mit einem großen Knall, sondern Schritt für Schritt.

Ralph:

Kannst Du uns aus Deiner Sicht Trainingsschwerpunkte nennen, die Jugendmannschaften im Training setzen sollten?

Martin:

Ich würde ganz klar sagen: Technik, Technik und nochmals Technik.

Gerade in jungen Jahren sollte möglichst viel mit dem Ball gearbeitet werden. Dazu kommen 1-gegen-1-Situationen, Passspiel, Ballmitnahme, Torabschluss und kleine Spielformen, in denen die Kinder Entscheidungen treffen müssen.

Aber mindestens genauso wichtig ist mir die Freude am Fußball. Kinder müssen Fehler machen dürfen. Wenn ein Spieler ständig Angst hat, einen Fehler zu machen, wird er sich nicht entwickeln.

Und natürlich sollte auch das gemeinsame Verhalten eine Rolle spielen: miteinander sprechen, füreinander laufen, gewinnen wollen und auch nach einer Niederlage zusammenhalten.

Ralph:

Was würdest Du einem 14-Jährigen erzählen, der mit dem Gedanken spielt, komplett mit Fußball aufzuhören?

Martin:

Ich würde ihn erst einmal fragen: Warum?

Wenn er gerade keinen Spaß mehr hat, Probleme mit dem Trainer oder der Mannschaft hat oder das Gefühl hat, nicht gut genug zu sein, würde ich versuchen, gemeinsam eine Lösung zu finden.

Mit 14 muss niemand entscheiden, ob er sein ganzes Leben Fußball spielen möchte. Wenn es gerade keinen Spaß macht, kann man auch mal einen Schritt zurückgehen.

Aber ich würde ihm auch sagen: Gib nicht wegen einer schwierigen Phase etwas auf, das Dir vielleicht eigentlich sehr viel bedeutet. Fußball ist nicht nur das nächste Spiel oder die Tabelle. Es sind Freundschaften, Erlebnisse und Erfahrungen, die man teilweise ein Leben lang mitnimmt.

Ralph:

Bei Euren Heimspielen sind ja immer wieder Kinder und Jugendliche von Hamm United dabei. Nimmst Du bzw. nehmen Deine Spieler das wahr? Was haltet Ihr davon?

Martin:

Ja, natürlich nehmen wir das wahr. Und wir finden das richtig klasse!

Für uns ist es etwas Besonderes, wenn Kinder und Jugendliche aus dem Verein bei unseren Spielen dabei sind und uns unterstützen. Schließlich sind sie ein wichtiger Teil unseres Vereins.

Und vielleicht steht irgendwann einer von ihnen selbst auf dem Platz und trägt das Trikot der Ligamannschaft. Genau diese Verbindung zwischen Jugend und Liga sollte ein Verein meiner Meinung nach leben.

Wenn die Jungs und Mädels dann noch lautstark anfeuern, macht es das Ganze natürlich umso schöner.

Das Wettangebot zum Heimspiel am 9. Oktober

Ralph:

Zum Heimspiel am 09.10.26 wollen die Hamm-United-Kinder und -Jugendlichen Euch beim Heimspiel im Stadion unterstützen. Zur Einstimmung haben sie einen Fanmarsch organisiert und diesen mit 50 Personen angemeldet.

Mein Wettangebot an Dich, Martin: Sollten sich weniger als 50 Personen am Fanmarsch beteiligen, trage ich bei einem kommenden Heimspiel von Hamm United ein ganzes Heimspiel lang ein Trikot Deiner Wahl.

(Aaarghhh – keine Freude kann man mir mit England, Hansa oder dem HSV machen …)

Sollten es am Ende mehr als 50 Teilnehmer werden, leitest Du in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Jahrgangstrainern von zwei Jahrgängen – und zwar von den beiden Jahrgängen, die am meisten am Fanmarsch teilgenommen haben – jeweils eine Trainingseinheit? Wette gilt?

Martin:

Die Wette gilt! 50 Teilnehmer beim Fanmarsch zu knacken, ist natürlich eine Ansage. Aber genau solche Aktionen finde ich klasse und deshalb mache ich da gerne mit.

Wenn es mehr als 50 Teilnehmer werden, würde ich sehr gerne gemeinsam mit den jeweiligen Jahrgangstrainern dort eine Trainingseinheit übernehmen.

Und wenn es weniger als 50 werden, muss ich wohl schon einmal überlegen, woher ich ein Hansa-, HSV- oder England-Trikot in „Deiner" Größe bekomme. ;-)

Ich hoffe allerdings, dass die Kinder und Jugendlichen und natürlich auch deren Begleiter die 50 deutlich knacken. Denn am Ende wäre das für mich der schönere „Wetteinsatz".

Ralph:

Auch von meiner Seite: Die Wette gilt! Mega – und vielen Dank für das tolle Interview! Weiterhin viel Erfolg für die nächsten Spiele und vor allem für das Heimspiel am 09.10.26 mit einer tollen Kulisse!

United we stand – Hamm United FC! 🖤💚